
Neusiedler See
Der Neusiedler See ist der größte Steppensee Mitteleuropas und das wahre Wahrzeichen des Burgenlandes. Eingebettet zwischen den Ausläufern der Alpen und der Pannonischen Tiefebene, erstreckt er sich auf einer Fläche von rund 320 km² – davon etwa 230 km² in Österreich und 90 km² in Ungarn. Seine ungewöhnlich geringe Wassertiefe (durchschnittlich 60–70 cm, maximal 1,80 m) und der ausgedehnte Schilfgürtel machen ihn zu einem einzigartigen Naturraum, der seit 2001 als UNESCO-Welterbe Fertő/Neusiedler See ausgezeichnet ist.

Geschichte und Einzigartigkeit
Der Neusiedler See ist einer der wenigen Steppenseen Europas und entstand vor rund 13.000 Jahren nach der letzten Eiszeit. Sein mildes, pannonisches Klima und der bis zu 4 km breite Schilfgürtel – der zweitgrößte geschlossene Schilfbestand Europas nach dem Donaudelta – bieten Lebensraum für rund 350 Vogelarten. Im Dezember 2001 wurde die grenzüberschreitende Kulturlandschaft Fertő/Neusiedler See gemeinsam mit Ungarn in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Auf österreichischer Seite umfasst das Welterbe 20 Gemeinden, darunter Rust, Mörbisch am See und Neusiedl am See, sowie das Biosphärenreservat Neusiedler See-Seewinkel.


Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten am Neusiedler See
Der Neusiedler See ist ein Eldorado für windgetriebene Wassersportarten. Dank des Verbots von Verbrennungsmotoren und der stetigen Nordwest- und Südwinde gilt er als eines der bedeutendsten Segel-, Surf- und Kiterevier Europas – von April bis September finden zahllose Regatten und Wettbewerbe statt. Im 1993 gegründeten Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel leben Wasserbüffel, Konik-Pferde und Mangalitza-Schweine in der einzigartigen Salzlacken-Landschaft. Besonders sehenswert sind die Hofgassen von Mörbisch mit ihren typischen pannonischen Streckhöfen, die Altstadt von Rust mit ihren Storchennestern, der Kirschblütenweg in Donnerskirchen sowie die Kellergasse in Purbach. Ein kulturelles Highlight sind die alljährlichen Seefestspiele Mörbisch – das weltweit größte Operettenfestival mit rund 150.000 Besuchern jährlich auf der schwimmenden Seebühne.


Unterkünfte am Neusiedler See
Rund um den See gibt es eine Vielzahl an Pensionen, Hotels und Ferienwohnungen. Beliebte Übernachtungsorte sind Rust, Mörbisch am See, Podersdorf am See, Illmitz, Neusiedl am See und Weiden am See. Podersdorf ist der einzige Ort mit einem direkten Sandstrand. Für Familien empfehlen sich Unterkünfte in der Nähe des Nationalparks – ideal sind die Orte Illmitz und Apetlon im Seewinkel. Auch das nahe Eisenstadt – Landeshauptstadt des Burgenlandes mit dem Schloss Esterházy, an dem einst Joseph Haydn als Hofkomponist wirkte – bietet eine attraktive Auswahl an Unterkünften.


Wetter und Saison am Neusiedler See
Die Region rund um den Neusiedler See zählt zu den wärmsten und sonnigsten Gebieten Österreichs. Sommertemperaturen liegen oft bei 25–30 °C, das flache Wasser erwärmt sich rasch und erreicht im Hochsommer angenehme 25–28 °C. Die Hauptsaison läuft von April bis September. Ein besonderer Geheimtipp: Im Winter verwandelt sich der See häufig in die größte frei zugängige Natureisfläche Mitteleuropas – ideal für Eissegeln, Schlittschuhlaufen und Eiswanderungen (etwa von der Mole West in Neusiedl bis Weiden). Der Wasserstand hat sich seit Frühjahr 2023 wieder deutlich erholt – aus touristischer Sicht gibt es keinerlei Einschränkungen. Auch die kulinarische Region rund um den See lockt mit pannonischer Küche und edlen Weinen – allen voran dem typischen Blaufränkisch.

