
Mondsee
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Der Mondsee liegt im oberösterreichischen Salzkammergut, rund 30 Kilometer östlich von Salzburg - er ist damit der große Salzkammergut-See, der der Stadt am nächsten liegt. Er gehört zum Bezirk Vöcklabruck, misst 13,78 km² und ist an seiner tiefsten Stelle 68 Meter tief. Entlang des Südostufers verläuft die Landesgrenze zu Salzburg, der weitaus größte Teil der Seefläche liegt in Oberösterreich.
Für einen Familienurlaub ist das eine praktische Ausgangslage: Das Wasser erwärmt sich schneller als in den benachbarten Tiefseen, am Ortsrand liegt eines der größten Freibäder der Region. Der See ist dafür kompakt und stark genutzt - wer weite, unverbaute Ufer sucht, findet sie hier nicht.
Der Mondsee in Zahlen
- Bundesland: Oberösterreich, Bezirk Vöcklabruck; entlang des Südostufers Grenze zu Salzburg
- Fläche: 13,78 km² - der viertgrößte See, der zur Gänze in Österreich liegt
- Maximale Tiefe: 68 m · mittlere Tiefe rund 36 m
- Länge: 9,1 km · größte Breite 2,3 km · Uferlänge 25,7 km
- Seehöhe: 481 m
- Volumen: rund 510 Millionen m³ · Wassererneuerungszeit rund 1,7 Jahre
- Einzugsgebiet: rund 247 km²
- Zuflüsse: Fuschler Ache, Zeller Ache und Wangauer Ache · Abfluss Seeache, die nach 3 km in den Attersee mündet
- Entfernung nach Salzburg: rund 30 km, etwa eine halbe Stunde mit dem Auto
- Wassertemperatur: der Mondsee zählt zu den wärmsten Seen des Salzkammerguts; an der Oberfläche werden im Hochsommer über 22 °C erreicht
- Sichttiefe: im Mittel rund 5 m - deutlich weniger als am benachbarten Attersee
- Besonderheit: der einzige große Salzkammergut-See in Privatbesitz; die Pfahlbaufundstelle See am Mondsee gehört zum UNESCO-Welterbe
Warum der See Mondsee heißt
Mit der Form des Sees hat der Name nichts zu tun, auch wenn diese Erklärung seit dem 18. Jahrhundert kursiert. Die älteste Nennung stammt aus dem Traditionsbuch des Klosters Mondsee um 736/737 als ad Lunelaco, später als Maninseo. Sprachlich steckt darin das althochdeutsche mano für Mond und seo für See - also schlicht des Mondes See. Daneben hält sich die Sage vom bayerischen Herzog Odilo, dem der aufziehende Mond nachts den Weg über die Scharflinger Höhe wies.
Zwei sehr verschiedene Ufer
Wichtiger als die Größe ist beim Mondsee die Form. Das Nord- und Westufer ist flach und offen, hier liegen der Ort Mondsee, St. Lorenz, die großen Badeanlagen und das weite Delta der Fuschler Ache, das als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Das Südufer ist steil: Kienbergwand und Almkogel treten bis ans Wasser heran, westlich davon setzt die rund 700 Meter hohe, fast senkrechte Drachenwand an, die das Landschaftsbild prägt. Dazwischen liegt der schmale, flache Uferabschnitt von Scharfling.
Am Südufer verlaufen die Straßen unmittelbar am Wasser, am Nordufer zieht die Westautobahn am Hang darüber entlang. Zusammen mit Stegen, Bootshäusern und Ufermauern sind rund 82 Prozent der Uferlinie deutlich verändert; längere naturnahe Abschnitte finden sich etwa noch bei Pichl am See. Mondsee und Attersee bilden seit 2006 gemeinsam ein Europaschutzgebiet nach Natura 2000.
Wem gehört der Mondsee - und darf man darin baden?
Ja, baden ist erlaubt. Der Mondsee ist der einzige große See des Salzkammerguts in privater Hand, die übrigen gehören den Österreichischen Bundesforsten. In Familienbesitz kam er 1810, als Napoleon das aufgehobene Kloster Mondsee samt Gewässer dem bayerischen Feldmarschall Carl Philipp von Wrede schenkte; seit 2024 gehört er Anna Mathyl.
Als im Sommer 2025 sämtliche Pacht- und Mietverträge gekündigt wurden, betraf das Bojen, Stege und Bootshütten, nicht aber das Baden: die gesamte Wasserfläche unterliegt dem Gemeingebrauch, den ein Erkenntnis des Obersten Gerichtshofs von 1997 ausdrücklich bestätigt. Den aktuellen Stand veröffentlicht die Seeverwaltung Mondsee.
Eine praktische Einschränkung bleibt davon unberührt: Das Recht, die Wasserfläche zu nutzen, ist kein Recht, über beliebige Ufergrundstücke ans Wasser zu gelangen. Der größte Teil der Uferstrecke ist privat. Nutzen Sie die öffentlichen Badeplätze und Strandbäder - welche das sind, steht weiter unten.
Für wen der Mondsee passt - und für wen weniger
Gut geeignet für:
- Familien, die kurze Wege wollen: großes Freibad, Bootsverleih, Spielplätze und Gastronomie liegen im Ort beisammen
- alle, die Badeurlaub mit Salzburg verbinden möchten, dazu Schafberg, Wolfgangsee und Attersee in der Nähe
- Segler und Surfer: der Mondsee gilt als Leichtwindrevier mit drehenden, böigen Winden und hat mehrere Clubs
- Wanderer, die markante Ziele in kurzer Distanz suchen: Drachenwand, Almkogel, Kulmspitze, Mondseeberg
Weniger geeignet für:
- alle, die viel frei zugängliches Ufer erwarten - der Großteil der Uferlinie ist verbaut oder privat
- ruhige Hochsommerwochenenden: Bäder und Parkplätze sind an schönen Tagen regelmäßig ausgelastet, weil viele Tagesgäste aus Salzburg und Linz kommen
- eine Linienschifffahrt wie am Traunsee oder Wolfgangsee - am Mondsee gibt es ausschließlich Rundfahrten privater Anbieter
- glasklares Wasser: durch die biogene Entkalkung wirkt der Mondsee im Sommer milchig-türkis. Wer weit sehen will, ist am Attersee besser aufgehoben - dafür ist dieser deutlich kühler.
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