Zell am See kennt jeder – aber auch die Umgebung hat einiges zu bieten

Unseren Aufenthalt in Niedernsill verdanken wir der Zusammenarbeit mit Österreichurlaub.de. Für ein paar Tage wurde der Hotel-Gasthof Kröll – die Bewertung der Unterkunft findet ihr hier.
Zell am See muss man wohl kaum jemandem vorstellen. Das Städtchen mitten in den Bergen und der See mit seiner traumhaften Kulisse gehören zu den bekanntesten Orten in den österreichischen Alpen. Auch wir haben diesmal kurz vorbeigeschaut, sind ein bisschen durchs Zentrum gebummelt, zum See runtergegangen und haben eine Weile den Ausflugsschiffen zugeschaut. Und obwohl es schon September war, wimmelte es hier nur so von Leuten.
Zell am See war diesmal aber nicht unser eigentliches Ziel. Gewohnt haben wir ein Stück weiter in Niedernsill, und in den nächsten Tagen haben wir die Gegend drumherum erkundet. Und dabei ist uns mal wieder klar geworden: Es wäre schade, nur die bekanntesten Ecken abzuklappern.


Kitzlochklamm – die weniger bekannte Nachbarin der berühmten Liechtensteinklamm
Die Liechtensteinklamm gehört zu den bekanntesten Klammen im Salzburger Land – die Kitzlochklamm bei Taxenbach steht dagegen ein bisschen in ihrem Schatten. Dabei kann sie sich absolut sehen lassen. Die Rauriser Ache hat sich hier eine enge Schlucht gegraben, und der Weg führt zwischen hohen Felswänden hindurch, an Wasserfällen vorbei, über Holzstege, durch Tunnel und unter überhängenden Felsen entlang.
Und stellt euch auf Stufen ein – und zwar auf über 500. Wir haben sie mit unserem siebenjährigen Sohn geschafft, die einjährige Tochter saß in der Trage. Und ehrlich gesagt: So schlimm, wie es klingt, sind die Treppen gar nicht. Alle paar Meter sind wir stehen geblieben und haben den Blick in die Klamm genossen.
Spannend ist auch die Geschichte der Klamm: Früher wurde in der Gegend Gold abgebaut, und auch ein alter Bergwerksstollen liegt am Weg. Hoch oben im Fels entdeckt ihr eine Einsiedelei – und da hat einst tatsächlich ein Einsiedler gewohnt.
Bekannt ist die Kitzlochklamm auch für ihre Klettersteige direkt über der Schlucht. Manche Abschnitte führen hoch über dem tosenden Wasser entlang, und der schwierigste hat sogar E/F – also wirklich nur was für richtig erfahrene Kletterer.
Die Klamm kostet Eintritt, und ihr solltet euch genug Zeit dafür nehmen. Für uns hat sie genauso viel Aufmerksamkeit verdient wie ihre berühmte Nachbarin.
Wie es bei uns in der Kitzlochklamm aussah, seht ihr auch im Video auf Instagram bei Vlk na cestách.

Resterkogel – ein Bergspielplatz mit Blick auf die Hohen Tauern
Den Resterkogel können wir vor allem Familien mit Kindern nur empfehlen. Hinauf geht es von Hollersbach mit der Panoramabahn Kitzbüheler Alpen – und schon die Gondelfahrt lohnt sich. In rund zwölf Minuten seid ihr auf fast 1.900 Metern und habt von oben einen herrlichen Blick auf die Gipfel ringsum.
Übrigens: In der Panoramabahn könnt ihr sogar frühstücken. Während einer Runde in der Gondel gibt's ein Frühstück mit Kaffee oder Tee, und wer mag, stößt zum Bergpanorama mit einem Glas Prosecco an. Das Gondelfrühstück gibt es an bestimmten Tagen von Juli bis Anfang Oktober – reservieren müsst ihr vorher.
Oben dreht sich aber längst nicht alles um die Aussicht. Das Sommererlebnis Resterkogel ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Bergspielplatz für Kinder. Es gibt eine Tubingbahn, einen großen Spielplatz, Trampoline, Kletterelemente, eine XXL-Sandkiste, ein Kneippbecken und einen Wasserspielplatz. Und rund um den Speichersee führt ein Wasser-Lehrpfad.
Wir sind um den See spaziert und haben die Aussicht genossen, während die Kinder so ziemlich alles ausprobiert haben, was ihnen in den Weg kam. Dazu kommt diese schöne Bergstimmung: Ringsum grasen Kühe, und während die Kinder spielen, könnt ihr das Panorama der Hohen Tauern genießen. Genau dieser Ausblick hat uns am Resterkogel am besten gefallen.


Gipfelwelt Königsleiten – ein Berg, von dem die Kinder nicht mehr runterwollen
Positiv überrascht hat uns auch die Gipfelwelt Königsleiten – mit so viel Programm für Kinder hatten wir nicht gerechnet. Mit der Dorfbahn geht es von 1.600 auf 2.200 Meter, und gleich an der Bergstation beginnt die Erlebniswelt rund um den Kröndlwurmsee.
Hier folgen die Kinder der Geschichte vom Kröndlwurm – einem sagenhaften Schlangenkönig, der laut Legende in den Bergen ringsum haust. Rund um den See ist überall Märchenhaftes verteilt, es gibt einen Wasserspielplatz und vor allem eine große Holzkugelbahn mit vielen Stationen. Die Holzkugel bekommt ihr an der Tal- oder Bergstation, und danach dürfen die Kinder sie als Andenken behalten.
Für größere Abenteurer gibt's dann noch den GipfelLiner – einen Flying Fox in rund 2.300 Metern Höhe direkt über dem Bergsee. Los geht's von einer drei Meter hohen Plattform, und auf der Fahrt überwindet ihr 65 Höhenmeter. Mit unseren Kleinen haben wir das nicht ausprobiert, aber schon den Mutigen über dem Wasser zuzuschauen, lohnt sich.
Und wer keine Lust hat, mit der Bahn wieder runterzufahren, nimmt einfach den Jodelwanderweg. Er führt von der Bergstation der Dorfbahn zurück nach Königsleiten und ist rund 6,5 Kilometer lang. Unterwegs warten acht interaktive Stationen, an denen ihr einfache traditionelle Jodler ausprobieren könnt – zum Beispiel an einem riesigen Alphorn, an einer großen Kuhglocke oder am „Käseberg“. Erst hört ihr euch die Melodie an, dann dürft ihr selbst ran.


Die Krimmler Wasserfälle – ein Erlebnis auch ohne anstrengenden Aufstieg
Die Krimmler Wasserfälle muss man wohl auch kaum jemandem vorstellen. Mit insgesamt 380 Metern sind sie die höchsten Wasserfälle Europas, und das Wasser stürzt hier in drei Stufen ins Tal. Sie sind einfach unglaublich und schon von Weitem zu sehen – vor allem, wenn ihr über die Gerlos Alpenstraße kommt. Der Blick von dort ist gewaltig.
Mit unserer Einjährigen und unserem Siebenjährigen sind wir diesmal unten am Fuß der Fälle geblieben. Bis hierher kommt man übrigens auch bequem mit dem Kinderwagen. Schon von unten sind die Wassermassen und ihre Wucht beeindruckend. Wer also keine Lust hat oder es sich nicht zutraut, muss für weitere Ausblicke nicht den ganzen Weg nach oben gehen – dabei kommt man nämlich ordentlich ins Schwitzen.
Dazu haben wir noch einen Abstecher in die WasserWelten Krimml gemacht, die ihr direkt beim Infozentrum findet. Hier dreht sich alles ums Wasser in allen möglichen Formen, und draußen gibt es einen großen Wasserspielplatz. Und genau da sind wir mit den Kindern richtig lange hängen geblieben. Fontänen, Wasserräder, Wasserkanonen oder Wasserfußball … es gibt so viel, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Trocken geht hier keiner nach Hause.



All das und noch viel mehr – gratis
Und jetzt noch ein Tipp, mit dem ihr im Urlaub in dieser Ecke Österreichs ordentlich sparen könnt. Schaut bei der Suche nach einer Unterkunft hier in der Gegend, ob es die Nationalpark SommerCard dazu gibt. Die Karte kann man nämlich nicht einfach kaufen – ihr bekommt sie nur, wenn ihr bei einem der Partnerbetriebe übernachtet.
Wir haben im familiären Hotel-Gasthof Kröll in Niedernsill gewohnt, und dort war die Nationalpark SommerCard schon im Preis drin. Dank ihr waren viele unserer Ausflüge gratis. Über 60 Erlebnisse sind dabei, und jeden Tag könnt ihr eins davon ohne Eintritt nutzen.
Wenn ihr also im Urlaub jeden Tag einen Ausflug plant, lohnt es sich, bei der Unterkunft nicht nur auf den Zimmerpreis zu schauen, sondern auch darauf, was alles mit drin ist. Mit Kindern läppern sich Eintritte und Bergbahnen schnell zusammen – und mit der Nationalpark SommerCard bleibt da richtig was im Geldbeutel.
Über die Autorin
Ich bin Vlaďka und schreibe seit über zehn Jahren den Reiseblog Vlk na cestách. Wir sind eine große Familie, die es nicht lange zu Hause hält – deshalb trifft man uns viel öfter irgendwo unterwegs: in den Bergen, am Meer, im Freizeitpark oder an einem Ort, von dem wir ein paar Tage vorher selbst noch nichts wussten.
Wir reisen quer durch Europa, und auf dem Blog und auf Social Media teile ich Orte, die uns begeistert haben, unsere ehrlichen Erfahrungen und praktische Tipps für die Reiseplanung mit Kindern.
Blog: vlknacestach.cz Instagram: @vlk_na_cestach Facebook: @vlknacestach



